Im Zeit-Raum

Vor-Reiten und Nach-Denken. Eine RadioKulturhaus-Gesprächsreihe mit Johannes Kaup

Visionär/innen, Vor- und Querdenker/innen aus Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft, Medien, Religion und der Zivilgesellschaft, präsentieren im Gespräch innovative, lebensdienliche Ideen für die heutige Lebensführung. Sie reflektieren soziale, kulturelle, ökonomische und politische Transformationsprozesse und geben so Denkanstöße für neue, individuelle und soziale Handlungsmöglichkeiten.


Mittwoch, 10. Mai 2017, 18:30 Uhr

Johannes Kaup im Gespräch mit whatchado-Gründer Ali Mahlodji. Die Welt retten – aber wie? Orientierungshilfen zur eigenen Berufung. 

Ali Mahlodji, geboren 1981 in Teheran, kam im Alter von zwei Jahren mit Hilfe von Amnesty International als Flüchtlingskind nach Österreich, da seine Eltern vom iranischen Regime verfolgt wurden. Er wuchs zunächst im Flüchtlingsheim Traiskirchen auf und zog später mit seinen Eltern nach Wien. Nach seinem Schulabbruch und einer umtriebigen Odyssee durch die schöne neue Arbeitswelt – als Putzhilfe, Apothekengehilfe, Maurer, Schnellrestaurant-Angestellter, aber auch gutbezahlter Manager eines Konzerns – geriet Mahlodji ins Burn-out. Eine private Krise gab seinem Leben eine neue Richtung: Zunächst als Lehrer arbeitend, erkannte er die Orientierungslosigkeit als das größte globale Problem der Jugend. 

Er schuf die Internetplattform whatchado.com, wo Menschen – mittlerweile sind es mehr als 5.000 aus mehr als 100 Ländern – in kurzen Videoclips erzählen, wer sie sind, was sie tun, wie sie zu den Menschen wurden, die sie heute sind, und worauf es im Leben ankommt. Von der Friseurin bis zur Friedensnobelpreisträgerin, vom Feinmechaniker bis zum Präsidenten. Das mittlerweile international agierende Start-up arbeitet mit mehr als 300 internationalen Organisationen zusammen und wurde u.a. mit dem UN World Summit Award und dem Staatspreis für Bildung und Wissen ausgezeichnet. Mit seinem Berufsorientierungskonzept "whatchaSKOOL" ermutigt Ali Mahlodji Schüler/innen, ihrer Berufung nachzugehen. Mittlerweile wurde er auch zum EU-Jugendbotschafter ernannt und versucht dabei, wie er sagt, "die Welt zu retten". Wie das gelingen kann, erörtert der charismatische "Chief Storyteller" im Gespräch mit Johannes Kaup. 


Mittwoch, 01. Juni 2017, 18:30 Uhr

Johannes Kaup im Gespräch mit dem Politologen Ulrich Brand und der Sozialanthropologin Shalini Randeria über den Schatten der imperialen Lebensweise und möglichen Wegen zur globalen Solidarität.

Der globale Norden eignet sich die Ressourcen des globalen Südens an und beutet u.a. die billige Arbeitskraft von Textilarbeiterinnen und -arbeitern oder den Produzentinnen bzw. Produzenten landwirtschaftlicher Exportgüter aus. Diese imperiale Lebensweise braucht das "Außen", auf das ihre Kosten verlagert und von dem die benötigten Ressourcen bezogen werden können. Dieses Außen schrumpft im selben Maße, wie sich immer mehr Länder des globalen Südens industrialisieren und selbst davon abhängig werden, sozial-ökologische Kosten zu externalisieren. Zudem sind immer weniger Menschen im globalen Süden bereit, sich ihr Leben von der imperialen Lebensweise des globalen Nordens kaputt machen zu lassen – und streben danach, an deren Vorzügen teilzuhaben. Die aktuellen Flucht- und Migrationsbewegungen sind auch vor diesem Hintergrund zu sehen. Die kapitalistischen Zentren reagieren darauf mit einer autoritären Politik der Abschottung, Ausgrenzung und militärischen Kontrolle, die den Aufstieg der rechtspopulistischen Politik begünstigt. Ist eine Entwicklung zu einer demokratischen, sozial und ökologisch gerechten Gesellschaft im globalen Maßstab möglich? Was lässt sich von der Solidarität mit Geflüchteten und den Kämpfen um Ernährungssouveränität, Klimagerechtigkeit und Energiedemokratie lernen?

Diesen Fragen geht Johannes Kaup mit seinen Gästen nach: Der Politologe Ulrich Brand, Professor für Internationale Politik an der Universität Wien, arbeitet zu den Fragen der kapitalistischen Globalisierung, zu internationaler Ressourcen- und Umweltpolitik und der sozial-ökologischen Transformation. Mit Markus Wissen hat er soeben das Buch "Imperiale Lebensweise. Zur Ausbeutung von Mensch und Natur im globalen Kapitalismus" veröffentlicht. Die Sozialanthropologin Shalini Randeria ist seit 2015 Rektorin des renommierten Instituts für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) in Wien. Sie wurde in Washington geboren, wuchs in Indien auf, studierte in Delhi, Bombay, Oxford und Heidelberg. Randeria ist Professorin für Sozialanthropologie und Soziologie am Genfer Hochschulinstitut für internationale Studien und Entwicklung.


info Eine Online-Buchung von ermäßigten Tickets ist leider nicht möglich, diese erhalten Sie direkt beim ORF RadioKulturhaus (Infos unter radiokulturhaus.ORF.atradiokulturhaus@orf.at oder +43 (0)1 501 70 377 (Mo - Fr, 16:00 bis 19:00 Uhr). 

info Informationen zu Rollstuhlplätzen und ihrer Verfügbarkeit sowie deren Bestellung erhalten Sie per E-Mail unter radiokulturhaus@orf.at der telefonisch unter +43 (0)1 501 70 377 (Mo - Fr, 16:00 bis 19:00 Uhr). Eine Online-Buchung von Rollstuhlplätzen ist leider nicht möglich. Vielen Dank für Ihr Verständnis! 

info Bitte beachten Sie, dass veranstaltungstechnische Lichteffekte (z. B. Stroboskope) zum Einsatz kommen können, sowie dass es aufgrund von (Live-)Musik zu einem erhöhten Lautstärkepegel kommen kann.


 Allgemein gelten folgende Zeiten und Ticketpreise:

 Ticketpreis: € 17,00 inkl. USt.

 Veranstaltungssort: ORF RadioKulturhaus, Argentinierstraße 30a, 1040 Wien

 Akreditierung: 18:00 - 18:30 Uhr                                                                               
 Saaleinlass: ca. 18:15 Uhr                                                                                    
 Veranstaltung: 18:30 - ca. 20:00 Uhr

                                                                    Tickets hier [online bestellen]