Im Zeit-Raum

Vor-Reiten und Nach-Denken. Eine RadioKulturhaus-Gesprächsreihe mit Johannes Kaup

Visionär/innen, Vor- und Querdenker/innen aus Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft, Medien, Religion und der Zivilgesellschaft, präsentieren im Gespräch innovative, lebensdienliche Ideen für die heutige Lebensführung. Sie reflektieren soziale, kulturelle, ökonomische und politische Transformationsprozesse und geben so Denkanstöße für neue, individuelle und soziale Handlungsmöglichkeiten.


Mittwoch, 01. Juni 2017, 18:30 Uhr

Johannes Kaup im Gespräch mit dem Politologen Ulrich Brand und der Sozialanthropologin Shalini Randeria über den Schatten der imperialen Lebensweise und möglichen Wegen zur globalen Solidarität.

Der globale Norden eignet sich die Ressourcen des globalen Südens an und beutet u.a. die billige Arbeitskraft von Textilarbeiterinnen und -arbeitern oder den Produzentinnen bzw. Produzenten landwirtschaftlicher Exportgüter aus. Diese imperiale Lebensweise braucht das "Außen", auf das ihre Kosten verlagert und von dem die benötigten Ressourcen bezogen werden können. Dieses Außen schrumpft im selben Maße, wie sich immer mehr Länder des globalen Südens industrialisieren und selbst davon abhängig werden, sozial-ökologische Kosten zu externalisieren. Zudem sind immer weniger Menschen im globalen Süden bereit, sich ihr Leben von der imperialen Lebensweise des globalen Nordens kaputt machen zu lassen – und streben danach, an deren Vorzügen teilzuhaben. Die aktuellen Flucht- und Migrationsbewegungen sind auch vor diesem Hintergrund zu sehen. Die kapitalistischen Zentren reagieren darauf mit einer autoritären Politik der Abschottung, Ausgrenzung und militärischen Kontrolle, die den Aufstieg der rechtspopulistischen Politik begünstigt. Ist eine Entwicklung zu einer demokratischen, sozial und ökologisch gerechten Gesellschaft im globalen Maßstab möglich? Was lässt sich von der Solidarität mit Geflüchteten und den Kämpfen um Ernährungssouveränität, Klimagerechtigkeit und Energiedemokratie lernen?

Diesen Fragen geht Johannes Kaup mit seinen Gästen nach: Der Politologe Ulrich Brand, Professor für Internationale Politik an der Universität Wien, arbeitet zu den Fragen der kapitalistischen Globalisierung, zu internationaler Ressourcen- und Umweltpolitik und der sozial-ökologischen Transformation. Mit Markus Wissen hat er soeben das Buch "Imperiale Lebensweise. Zur Ausbeutung von Mensch und Natur im globalen Kapitalismus" veröffentlicht. Die Sozialanthropologin Shalini Randeria ist seit 2015 Rektorin des renommierten Instituts für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) in Wien. Sie wurde in Washington geboren, wuchs in Indien auf, studierte in Delhi, Bombay, Oxford und Heidelberg. Randeria ist Professorin für Sozialanthropologie und Soziologie am Genfer Hochschulinstitut für internationale Studien und Entwicklung.


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 Allgemein gelten folgende Zeiten und Ticketpreise:

 Ticketpreis: € 17,00 inkl. USt.

 Veranstaltungssort: ORF RadioKulturhaus, Argentinierstraße 30a, 1040 Wien

 Akreditierung: 18:00 - 18:30 Uhr                                                                               
 Saaleinlass: ca. 18:15 Uhr                                                                                    
 Veranstaltung: 18:30 - ca. 20:00 Uhr

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