Im Zeit-Raum

Vor-Reiten und Nach-Denken. Eine RadioKulturhaus-Gesprächsreihe mit Johannes Kaup

Visionär/innen, Vor- und Querdenker/innen aus Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft, Medien, Religion und der Zivilgesellschaft, präsentieren im Gespräch innovative, lebensdienliche Ideen für die heutige Lebensführung. Sie reflektieren soziale, kulturelle, ökonomische und politische Transformationsprozesse und geben so Denkanstöße für neue, individuelle und soziale Handlungsmöglichkeiten.


Dienstag, 25. April 2017, 18:30 Uhr

Johannes Kaup im Gespräch mit dem deutsch-ägyptischen Publizist und Politikwissenschafter Hamed Abdel-Samad und dem Islamwissenschafter Mohamed Bassan Kabbani zu dem Thema "Koran, Islam und Islamismus".

Medial wird der Islam meist in Zusammenhang mit dem Kopftuch, mit angeblicher Integrationsunwilligkeit, rückwärtsgewandter Pädagogik, der Flüchtlingsfrage und nicht zuletzt mit dschihadistischem Terror gebracht. Hinter der Vermischung dieser Themen, die bei genauerer Betrachtung wenig miteinander zu tun haben, steht wohl auch eine große Angst vor dem Islam. Die Klammer, auf die immer wieder Bezug genommen wird, ist der Koran. Hier sind Texte von Liebe, Weisheit und Mitgefühl ebenso zu finden wie Suren, die zu Rache und Krieg gegen Andersgläubige aufrufen. Die Anhänger der Terrororganisation IS rechtfertigen ihre Gräueltaten mit Suren aus dem Koran. Wie ist das möglich?

Der deutsch-ägyptische Publizist und promovierte Politikwissenschafter Hamed Abdel-Samad plädiert dafür, den Koran vom Sockel der Unantastbarkeit zu holen, dann würden nicht mehr Dschihadisten das Bild des Islam prägen, sondern jene Musliminnen und Muslime, die die religiös-spirituelle Substanz des Islam leben, die von Friedfertigkeit, Mitgefühl und Toleranz gekennzeichnet ist. Gleichwohl unterstützt Abdel-Samad die reformatorisch-humanistischen Ansätze des österreichischen Theologen Mouhanad Khorchide, mit dem er das Buch "Ist der Islam noch zu retten? Eine Streitschrift in 95 Thesen" geschrieben hat. Hamed Abdel-Samad wurde 1972 nahe Kairo als Sohn eines sunnitischen Imams geboren, war zunächst Islamist, wurde dann aber zu einem der profiliertesten Islamismus-Kritiker. Er arbeitete für die UNESCO, am Lehrstuhl für Islamwissenschaft der Universität Erfurt und am Institut für Jüdische Geschichte und Kultur der Universität München. Nach der Publikation seines Buches "Der islamische Faschismus" wurde in Kairo eine Todes-Fatwa gegen ihn ausgesprochen, seither muss er permanent unter Polizeischutz leben.

Mohamed Bassam Kabbani wurde 1965 in Aleppo/Syrien geboren. Er studierte zunächst Elektrotechnik, wandte sich dann aber dem Studium der Islam- und Religionswissenschaft zu. Der promovierte Islamwissenschafter ist Koordinator an der KPH Wien für die Fortbildung der Islamlehrer und Islamlehrerinnen im Raum Wien und dem Burgenland. Kabbani wirkt außerdem als Lektor am Institut für Orientalistik der Universität Wien.


Mittwoch, 10. Mai 2017, 18:30 Uhr

Johannes Kaup im Gespräch mit whatchado-Gründer Ali Mahlodji. Die Welt retten – aber wie? Orientierungshilfen zur eigenen Berufung. 

Ali Mahlodji, geboren 1981 in Teheran, kam im Alter von zwei Jahren mit Hilfe von Amnesty International als Flüchtlingskind nach Österreich, da seine Eltern vom iranischen Regime verfolgt wurden. Er wuchs zunächst im Flüchtlingsheim Traiskirchen auf und zog später mit seinen Eltern nach Wien. Nach seinem Schulabbruch und einer umtriebigen Odyssee durch die schöne neue Arbeitswelt – als Putzhilfe, Apothekengehilfe, Maurer, Schnellrestaurant-Angestellter, aber auch gutbezahlter Manager eines Konzerns – geriet Mahlodji ins Burn-out. Eine private Krise gab seinem Leben eine neue Richtung: Zunächst als Lehrer arbeitend, erkannte er die Orientierungslosigkeit als das größte globale Problem der Jugend. 

Er schuf die Internetplattform whatchado.com, wo Menschen – mittlerweile sind es mehr als 5.000 aus mehr als 100 Ländern – in kurzen Videoclips erzählen, wer sie sind, was sie tun, wie sie zu den Menschen wurden, die sie heute sind, und worauf es im Leben ankommt. Von der Friseurin bis zur Friedensnobelpreisträgerin, vom Feinmechaniker bis zum Präsidenten. Das mittlerweile international agierende Start-up arbeitet mit mehr als 300 internationalen Organisationen zusammen und wurde u.a. mit dem UN World Summit Award und dem Staatspreis für Bildung und Wissen ausgezeichnet. Mit seinem Berufsorientierungskonzept "whatchaSKOOL" ermutigt Ali Mahlodji Schüler/innen, ihrer Berufung nachzugehen. Mittlerweile wurde er auch zum EU-Jugendbotschafter ernannt und versucht dabei, wie er sagt, "die Welt zu retten". Wie das gelingen kann, erörtert der charismatische "Chief Storyteller" im Gespräch mit Johannes Kaup. 


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 Allgemein gelten folgende Zeiten und Ticketpreise:

 Ticketpreis: € 17,00 inkl. USt.

 Veranstaltungssort: ORF RadioKulturhaus, Argentinierstraße 30a, 1040 Wien

 Akreditierung: 18:00 - 18:30 Uhr                                                                               
 Saaleinlass: ca. 18:15 Uhr                                                                                    
 Veranstaltung: 18:30 - ca. 20:00 Uhr

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